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  • Incredible India –Munnar
Datum:20.03.2010 - 18:48
Autor: Bronko
Links: nicht verfügbar

Incredible India –Munnar

Namaste,

wie gesagt ging es gestern nach Munnar. Wir hatten an einer wirklich tollen Touristeninfo in Cochin ein Angebot gesehen. Ein 2-Tages-Trip nach Munnar. Munnar liegt in den Bergen im Osten von Cochin auf fast 1700 Meter und mitten in wunderschönen Teefeldern. Auf dem Weg dahin standen noch Elefanten waschen, ein Teemuseum, verschiedene Lookouts und ein paar andere Features an. Außerdem war die Fahrt im Privattaxi für 2 Tage und die Übernachtung in einem Homestay inbegriffen. So versprach es zumindest der Prospekt.

Die Nacht im Casa Lind entpuppte sich nachträglich noch als Horrorveranstaltung. Glücklicherweise wusste Deutschland Lilli nichts von meinem Todeskampf, da ich beschlossen hatte, dieses Detail gentlemanlike für mich zu behalten und sie nicht damit zu belasten. Es bescherte mir aber furchtbare Träume und ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, obwohl mein Kakerlaken-Check negativ ausgefallen war.

Umso mehr freuten wir uns, als uns unser neuer Fahrer pünktlich um 6 Uhr am Casa Terror abholte. Zuerst ging es zum Elefanten waschen. Eva war schon so aufgeregt, da sie sich seit Ewigkeiten wünscht, Elefanten so nahezukommen. Und das noch kombiniert mit saubermachen war einfach zu viel der Vorfreude. Um 8 Uhr kamen wir an einem Fluss an, nur leider war nirgendwo ein Elefant zu sehen. Zehn Minuten später kamen sie dann. Ein Weibchen 40 Jahre alt, ein Bulle 15 Jahre alt und drei Kinder 3,5 und 6 Jahre. Sie sind wirklich einfach einen Meter an uns vorbeigewackelt, runter zum Wasser und Deutschland Lilli hatte sich sofort verliebt.

Wir durften dann helfen, die kleinen Elefantenbabys mit Hilfe von Kokosnussschalen zu waschen und die waren echt soooooo süß. Ich habe zwei Fotos und die Kamera bedient und Deutschland Lilli hat gebürstet bis alles aus war. Zum Abschied haben wir noch nen feuchten Rüssel bekommen und nach einer Stunde sind sie wieder abgezogen.

Danach ging es hoch in die Berge zu den Teefeldern. Die sehen wirklich fantastisch aus. Die Bergkulisse kann man sich eigentlich wie bei uns im Alpenvorland vorstellen, aber die Leute leben da wirklich noch ganz anders als bei uns. Es hat zwar jeder SAT und Handy, aber gearbeitet wird mit Tieren und Elefanten statt Bagger und Laster. Auch unser Homestay war sehr schön. Ein kleines Häuschen am Berg und es gab viel traditionelles „Bauernessen“. Einfach, aber lecker.

Das Lustige hier ist, dass noch mehr als in den anderen Städten zuvor jeder ein Bild mit Eva machen will. Hab mich ja schon dran gewöhnt, aber als wir an einem Lookout waren und mich 4 Jungs fragten, ob sie ein Bild mit Eva machen könnten, kam mir ne Idee. Optische Prostitution. Also wartete ich bis alle Bilder gemacht waren, ging dann zu den Jungs und sagte:“ 50Rupees each, please!“

Ihr hättet die kleinen Inder sehen sollen. Haben mich angeschaut als wär ich von nem anderen Stern und jeder hat angefangen, wie wild in seiner Tasche zu wühlen. Irgendwann ist es mir dann echt rausgerutscht und ich musste lachen, weil alle so nevös waren. Hab natürlich nichts verlangt, obwohl meine Marktidee echt einschlagen würde hier. Die glotzen alle so, immer und überall. Deshalb wollt ich ne Box bauen, in der Eva sitzt. Reinschauen 20 Rupees, Hand berühren 50 Rupees und Haare berühren 150 Rupees. Mehr geht nicht. Sonst gibt’s Stress mit Papa Klink. (o:

Ohne Scheiß, ich könnte reich werden. 10% für Eva, der Rest für mich. Falls irgendwer Blondinen übrig hat, schickt sie zu mir. (o:
Spaß beiseite, der Ausflug war echt schön und wir kamen am nächsten Tag pünktlich um 2 Uhr am Bahnhof in Cochin an. Da wir ein Waiting-List Ticket hatten, hatte man uns gesagt, wir sollten eine Stunde eher am Bahnhof sein und den Station Manager fragen, ob wir im Zug Platz haben und wenn ja welche Plätze es sind. Gesagt, getan. Ich stellte also Deutschland Lilli mit allem Gepäck irgendwo am Bahnsteig ab und machte mich auf die Suche nach dem Station Manager. Der sagte mir in einem äußerst überzeugenden Ton, dass ich an der Auskunft fragen sollte. Also stellte ich mich da an und wartete, wartete, wartete und wartete, um die Info zu bekommen. Alles, was ich bekam, war die Info, dass ich am Ticketschalter fragen sollte, die könnten mir sagen wo, wie, was. Nur am Rande: es hatte 43°C im Schatten, 98% Luftfeuchtigkeit und glaubt bloß nicht, der Bahnhof ist klimatisiert.) Also ging ich mit hochrotem Kopf, Temperatur- oder Ärger-bedingt sei dahingestellt, zum Ticketschalter, wo ich informiert wurde, dass mir diese Auskunft nur der Station-Manager geben könne.

Jeder der mich kennt weiß, dass ich gedampft habe. Deutschland Lilli hat sich gleich versteckt, als ich wieder bei ihr vorbei kam. Beim Station Manager fragte ich dann, ob er der Stations-Chef wäre, was er mit geschwollener Brust bestätigte. Da er aber meine Frage nach den Plätzen auch jetzt nicht beantworten konnte, sagte ich ihm, dass er dann auch nicht der Chef sein konnte, worauf er sagte: „Yes, yes I am the station Manager. Go on train, maybe you have a seat.“. So ging das dann einige Male hin und her bis es mir zu blöd wurde und ich mit einer gefühlten Körpertemperatur von 80°C ging. Glücklicherweise fand ich mit Hilfe unseres Fahrers dann noch ein Computerterminal und fand dann ohne menschliche Unterstützung heraus, dass wir Sitzplätze ergattert hatten.










Dieses Indien ist ein echtes Abenteuer,

bis Morgen,

australia Cheers & Hang Loose euer European Union [Europäische Union] Bronko germany


[9] Kommentare - letzter von fake - 19.03.2012 - 06:33

  • Incredible India –Alleppey & Cochin
Datum:20.03.2010 - 18:44
Autor: Bronko
Links: nicht verfügbar

Incredible India –Alleppey & Cochin

Hallo mal wieder,

Also wir sind nun auf unserem Hausboot und was wir definitiv am meisten genießen, ist die unglaubliche Ruhe. Die Schiffe hupen zwar auch, aber nur ab und zu. Wenn´s allerdings so weit ist, geht es durch und durch. Netterweise haben die Bootbauer nämlich das kleine Nebelhorn auf die Dachterrasse des Boots gebaut, auf der wir uns gemütlich sonnen. Aber es hält sich in Grenzen.
Wir haben ein schönes 6+6 Mann Hausboot für uns alleine gemietet. Eva hat sich als Dirt-Devil bewährt und alle Boote im Hafen inspiziert. Wir haben dann das Beste genommen, wobei man nicht wirklich sagen kann, dass es sauber ist. Ist für deutsche Verhältnisse stark sanierungsbedürftig, aber es ist ok für uns. Unsere Besatzung besteht aus einem Driver, einem Koch und einem, der garnix macht, dem Captain. Wir werden hier richtig gemästet. Morgens Curry und Früchte, mittags Curry und Reis und Früchte und abends gibt’s dann Curry und Früchte und Reis. Ich glaube wir stinken schon sehr nach Curry.

Die Backwaters, durch die wir fahren, sind wirklich wunderschön. Es sind eine Art Kanäle, die angelegt wurden, um riesige Reisfelder zu bewässern. Also jedem, der hier herkommt, empfehle ich das auf jeden Fall zu machen.

Nach zwei Nächten legten wir wieder im Hafen von Alleppey an und machten uns auf die Suche nach dem Bahnhof, da wir noch am gleichen Tag nach Cochin zurückwollten, um das Kathakali Theater abends zu besuchen. Wir buchten die 6te von 8 Klassen und saßen schon 2 Stunden später im Zug nach Cochin. 6 von 8 heißt es gibt noch 2 schlechtere. Den Viehtransport und den Postwagen. Leider gibt es auf der Strecke diese Klasse sonst hätten wir den Viehtransport nehmen müssen. Zum Glück nur 1,5 Stunden denn wie auch im Bus war bei den Fenstern das Geld ausgegangen, irgendwo ein Urinleck und der Anhänger, in dem wir saßen, schaute aus, als hätte er schon einen Atomkrieg hinter sich. Es ist wirklich so dreckig. Dirt-Devil schafft es mittlerweile, sich sechs bis acht Stunden lang so zu verdrehen, dass kein Körperteil irgendetwas berührt. Ich denke, wenn wir daheim sind, braucht sie als erstes ein Abo beim Chiropraktiker, um die 8ter aus der Wirbelsäule zu bringen. Ich habe sogar schon beobachtet, dass sie beim Schlafen den Mund zu hatte und ein Auge war offen. Kein Dreck darf rein und immer alles beobachten..

In Cochin angekommen checkten wir in einem erstklassigen benjaminresortähnlichen, vor Luxus strotzendem Hotel namens Casa Linda ein, einem Hotel der Heritage Hotel Company. Das tolle am Casa Linda war die Zimmertemperatur von 39°C, die sich nach einer Stunde AC um ganze 4°C absenkte. Als besonderes Feature gab es dann noch eine heiße Dusche. Wie sich nämlich herausstellte gibt es im Casa tagsüber nur heißes und nachts nur kaltes Wasser. Diese leichte Diskrepanz zu den Außentemperaturen war anscheinend in den letzten 238 Jahren seit der letzten Renovierung keinem aufgefallen. Ich wollte aber dann auch nicht weiter darauf rumtrampeln und kleinlich wirken, deshalb setzte ich meinen Körper den 50°C Wassertemperatur gekoppelt mit den 35°C Raumtemperatur aus und stellte oh Wunder fest, dass die erhoffte Erfrischung von minimalster Dauer war. Allerdings hab ich 2 Kilo verloren. ..nur während des Duschens.

Am Abend gingen wir dann in das sagenumwobene Kathakali Theater. Eine Vorstellung dauert in der Regel zwischen 6 und 9 Stunden. Glücklicherweise hatten wir uns für die Touri-Version mit 2 Stunden entschieden. Im Kathakali Theater wird nicht gesprochen. Die Schauspieler schminken sich stundenlag und tragen sehr aufwendige Kleider und erzählen die Geschichte alleine mit Mimik und Gestik. Es war wirklich ganz interessant, aber ne halbe Stunde hätte dann doch auch gereicht.

Als wir ins Casa zurück kamen und ich das Licht anschaltete sah ich ein Monster. Todesmutig hechtete ich ihm nach ins gut geheizte Bad und verschanzte die Türen, um mein liebstes Weib vor dem sicheren Tod zu beschützen. Er, seines Zeichens Kakerlake, schaute mich mit einem tödlichen Blick an. Ungelogen glaube ich, dass der Brackel ca. 600-700 Gramm hatte...halb so lang wie mein Unterarm. Schließlich aber gewann ich den Kampf, erschlug ihn mit der indischen Dusche (Eimer mit Schöpfkelle) und kehrte angstschweißgebadet zu meiner Liebsten zurück.

Morgen geht’s nach Munnar,

Freu mich schon.

















australia Cheers & Hang Loose euer European Union [Europäische Union] Bronko germany


[7] Kommentare - letzter von fake - 19.03.2012 - 06:27

         
 
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